Wuppertaler „Party-Patriotismus“

Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft der Männer kam es am Donnerstagabend in Wuppertal zu Angriffen auf Fans des italienischen Teams. Dabei schlugen deutsche Fans wahllos auf Personen ein, skandierten rassistische Parolen und schmissen mit Spaghetti.
Dies passt zu Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen, wie etwa der Heitmeyer-Studie (vgl. Heitmeyer, Wilhelm: Deutsche Zustände – Folge 10. Frankfurt a.M., 2011), dass neo-nazistische Gewalt besonders gut auf einem Nährboden aus Alltagsrassismus gedeiht. Dass in Wuppertal eine der gefährlichsten Neo-Nazi-Szenen in NRW existiert ist kein Zufall sondern ein Problem mit weitreichenden Wurzeln.

Die WZ kommentierte auf Facebook „Fliegende Spaghetti – das gibts auch nur in Wuppertal“.

Den WZ-Artikel findet ihr hier: http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/em-halbfinale-polizei-verhindert-massenschlaegerei-1.1028345

Neonazis beschmieren Synagoge & WZ veröffentlicht Sonderreihe

Wie einer Pressemitteilung der Wuppertaler Polizei1 zu entnehmen ist, haben in der Nacht vom 22. auf den 23.06.2012 “Unbekannte” das Café der Synagoge Gemarker Straße mit Schriftzügen und Hakenkreuzen beschmiert. Das die Polizei hier erneut nicht von Neonazis oder Antisemit_innen, sondern von “unbekannte(n) Täter(n)” schreibt, spricht für sich.

Erst am 20.01.2012 beschmierten Neonazis eine andere Wuppertaler Synagoge/jüdischer Friedhof 2. Desweiteren demolierten sie bereits am 15.04.2011 ein Denkmal für die Wuppertaler Opfer des Nationalsozialismus3. Bei beiden Fällen sprach die Polizei schon damals lediglich von “Unbekannten”, anstatt die Täter_innen als das was sie sind zu benennen: Neonazis und Antisemit_innen.

WZ veröffentlicht Sonderreihe

Des Weiteren wollen wir euch darauf hinweisen, dass die WZ momentan eine Artikelreihe mit dem Titel “125 Jahre Generalanzeiger” herausbringt. Im Rahmen dieser wurden/werden einige Artikel, die sich mit dem Nationalsozialismus und Wuppertals spezifischer Geschichte auseinandersetzen, veröffentlicht. HIER die Sonderseite der WZ.

  1. Polizeipresse vom 24.06.2012[zurück]
  2. WZ & der Westen [zurück]
  3. Antifa-Café Wuppertal [zurück]

Wuppertaler Zustände

Wuppertaler Zustände heißt auch: eine bürgerliche Kundgebung u.a. gegen die Wuppertaler Stadtwerke, auf denen Neonazis eine Rede halten dürfen.

Gestern fand in Wuppertal eine Kundgebung mit offenem Mikrofon statt. Inhaltlich richtete diese sich u.a. gegen die Stadtwerke Wuppertal und für den Erhalt der Schwebebahn. Neben der allwöchentlichen MLPD-Montagsdemo finden solche Kleinstkundgebungen des Öfteren in Wuppertal statt. Die Außenwirkung ist meist gering, im Internet und anderen Medien findet man fast nie etwas über diese. Soweit also nichts besonderes. Bei der gestrigen Kundgebung wurde es jedoch Neonazis erlaubt einen Redebeitrag zu verlesen und Flyer der Initiative vermischt mit eigenen, zu verteilen.

Um was es bei diesem inhaltlich ging wissen wir nicht und es spielt auch überhaupt keine Rolle. Gestern wurde den Wuppertaler Neonazis eine gute Chance geboten ihr menschenverachtendes Weltbild zu propagieren.

Wenn die Organisator_innen der Kundgebung nun sagen, sie hätten nicht gewusst das es Neonazis waren, ist dies mehr als unglaubwürdig. Es sind mehrere tausend Flyer mit den Gesichtern der Wuppertaler Neonazis in den letzten 1 1/2 Jahren verteilt worden, des weiteren gibt es mehrere Webseiten die diese ebenfalls veröffentlicht1 haben. Auch werden die Neonazis in ihrem Redebeitrag nicht auf ihre übliche Volkstümelei, ihre Rassismen, ihren Nationalismus und ihren völkischen Antisemitismus verzichtet haben.

Aber selbst wenn sie dies getan hätten und den Organisator_innen der Kundgebung die Neonazis nicht bekannt gewesen wären, bleibt ein komischer Beigeschmack: Laut mehreren „Indymedia linksunten“-Beiträgen2 und der Webseite der Initiative „Rettet die Schwebebahn“ e.V. war einer der Organisator_innen Burkhard Stieglitz. Dieser war von 1990 bis zum Januar 1997 Bundesvorstandsmitglied der Republikaner und stellvertretender Landesvorsitzender NRW.

Als erfreulich lässt sich jedoch einordnen, dass anscheinend erneut eine große Gruppe von Antifaschist_innen die Neonazis in die Flucht schlug.

Auch Wuppertaler Zustände: Ein Neonazi als Ordner beim EM-Public Viewing.

Laut einem WZ-Artikel3 von gestern war ein 24 jähriger „polizeibekannter Neonazi“ Ordner beim Public Viewing der Sparkasse beim Länderspiel Deutschland gegen Portugal. Dieser sei zwar nach 8 Minuten auf Hinweis der Polizei verwiesen worden, jedoch ist es trotzdem ein Skandal das weder die Sparkasse, noch der eingesetzte Securitiy-Dienst sich mit ihren Mitarbeiter_innen auseinandergesetzt haben.

Gerade bei Public Viewings zur EM, WM und sonstigen Länderspielen kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Menschen die nicht in das Weltbild des deutschen Volksmobs passen. Gerade bei solchen Anlässen ist es unhaltbar das Neonazis Teil des Ordnerdienstes sind.

  1. Bilder der Neonazis [zurück]
  2. Artikel 1, Artikel 2 [zurück]
  3. WZ-Artikel vom 16.06.12 [zurück]

PM zum Kampagnenstart

Heute gab es auf dem Lienhardtplatz in Wuppertal Vohwinkel einen Infostand über die Wuppertaler Neonazistrukturen, gleichzeitig wurde eine Broschüre über diese mit dem Namen “Wider die Wuppertaler Zustände” verteilt. Diese Broschüre informiert über die Entwicklung der Neonazis in Wuppertal, der sogenannten “Nationalen Sozialisten Wuppertal (NasoWPT)” und bezieht sich auf den Problemstadtteil Vohwinkel, in dem die Neonazis vermehrt ihre neonazistische Ideologie ungestört ausüben können.

Mit diesem Infostand startet die gleichnamige Kampagne “Wider die Wuppertaler Zustände” von mehreren antifaschistischen Gruppen. Mit dieser Kampagne wollen wir auf das immer stärker werdende Problem mit Neonazis in Wuppertal aufmerksam machen. Geplant sind in diesem Zusammenhang mehrere Aktionen die die Öffentlichkeit unter anderem im Stadtteil Vohwinkel über die Zustände informieren sollen.

Warum “Wuppertaler Zustände”?

Wir wollen nicht nur aufzeigen das es in Wuppertal Neonazis wie in vielen Städten gibt, sondern den Fokus auf die extrem gewaltbereite und schnell wachsende Neonazistruktur setzen. In Wuppertal ist es leider schon soweit, dass man sich auch tagsüber wappnen muss auf gewaltbereite Neonazis zu treffen, welche Menschen auch in der vollen Einkaufspassage angreifen, sobald sie als Gegner_Innen der Neonazis wahrgenommen werden. Dieser Zustand wurde und wird noch heute von der Wuppertaler Polizei relativiert, in dem von bloßen Auseinandersetzungen zwischen “Rechten und Linken” die Rede ist. Auch die von der Polizei initiierte Kampagne “Hellwach gegen Rechts” wirkt eher verschlafen.

Auch in der Presse ist immer zu von Extremismus die Rede, was uns immer wieder zwingt die eklatanten Unterschiede zwischen Neonazis und Antifaschist_innen zu erklären und heraus zu stellen. Daher hielten wir es auch für notwendig eine Zusammenfassung der Neonaziumtriebe um Wuppertal zu erstellen.
Diese kann auf dem Blog widerwuppertal.blogsport.de eingesehen werden.

Leider kann es dabei nicht bleiben, da es bei Antifaschismus in Wuppertal gerade in erster Linie um einen Selbstschutz gehen muss.

Kampagne “Wider die Wuppertaler Zustände”, 08.05.2012.

infostand

Wo? Wie? Was?

Unter „Broschüre“ findet ihr die PDF-Version dieser; unter „Kampagne“ einen Einleitungstext warum wir diese gestartet haben. Wir haben außerdem eine Facebookseite, dafür klickt ihr HIER. Auch gibt es einen Twitter-Account, der ab jetzt für Infos rund um die Kampagne genutzt wird. Diesen findet ihr HIER. Bitte habt Verständnis dafür das diese noch nicht allzu hübsch sind, in den nächsten Tagen wird sich dies ändern.